Kunst-Stück der Woche

Hermann Bartels 
geb. 1928 in Riesenburg
gest. 1989 in Düsseldorf

Schon in seinen frühen Arbeiten, welche noch eine Nähe zur Malerei von Paul Klee aufweisen, ist Bartels’ Hang zur Farbe deutlich spürbar. Die Farbe als eigentümliche Materie mit vielen Nuancen. Im Jahre 1958 stieß er schließlich zur monochromen Malerei vor, wobei er die Farbe weniger mit dem Pinsel als vielmehr mit dem Spachtel auf den Bildträger aufträgt. In ruhigen, gleichmäßigen Bewegungen vertreibt er die dicke, zähe Farbmasse – er bevorzugte Primärfarben – von der Bildmitte her. Schicht um Schicht baut sich das Bild auf. 
Das Bild „Uras“ aus dem Jahre 1958 zeigt schon die Tendenz, die Farbe an die Bildränder zu vertreiben, was er in späteren Arbeiten weiterführt bzw. verstärkt. Das ganze Bild wird zu einem Fleck, einem Fleck, der eigentlich die kleinste malerische Einheit ist und der von Bartels groß und inselartig ins Bild gesetzt wird.
Aufgetragen wie der mit einem Messer verteilte Belag eines Butterbrotes, lässt die oberste Schicht hier und da darunter liegende Schichten durchschimmern. Das Licht ist dabei ein wichtiges gestalterisches Mittel, denn es wird von der reliefartigen Oberfläche in allen Helligkeitsstufen reflektiert. Bartels wollte damit „die Farbe auf Störungen der Farbe reduzieren“.


zurück