Kunst-Stück der Woche

Gerlinde Beck
geb. 1930 in Stuttgart
gest. 2006 in Niefern-Öschelbronn

Schon während ihrer Schulzeit absolvierte Gerlinde Beck, Tochter eines Zimmermanns, eine Lehre als Holzbildhauerin. Nach ihrem Studium an der Akademie der bildenden Künste Stuttgart folgte eine Lehre als Feinblechnerin. Ihr Weg zum Stahl führte zunächst über Holz, Ton, Kunststein und Stein, jedoch kreiste ihr Werk immer um die menschliche Figur. Das Formenvokabular, dessen sich die Künstlerin bediente, lässt allerdings eher an die Welt der Technik denken. Ab 1956 entstanden ihre farbigen Metallplastiken. Schon früh setzte sie sich auch mit der Raum bildenden Wirkung von Farbe auseinander. So suggeriert z. B. eine weiße Kugel neben einer schwarzen mehr Volumen, wohingegen ein schwarzer Würfel massiver wirkt als ein weißer.
Auch die „Liegende Figur“ (1958) ist farbig gefasst und bezieht diese Erkenntnisse mit ein. Sie ist gekennzeichnet durch eine extreme Öffnung des Innenraums. Die Beschäftigung mit dem Raum, der Bewegung und der Auflösung des Körpervolumens ist für Beck charakteristisch. Die „Liegende Figur“ erweckt den Eindruck – gepaart mit dem deskriptiven Titel – menschlicher Formen, Formen die jedoch eher abwehrend wirken. Die Plastik greift aggressiv in den Raum ein, lässt ihn aber auch in den konkaven Partien hinein.
 


zurück