Kunst-Stück
der Woche
URSULA Schultze-Bluhm
geb. 1921 in Mittenwalde
gest. 1999 in Köln
Das malerische Werk der Künstlerin
wurde bereits im letzten Jahr in dieser Reihe vorgestellt. Kommen wir nun
zu einer Arbeit, das ihr Hauptwerk ist. Bereits in den 50er Jahren bezog
sie Pelze in ihre Arbeiten mit ein. Sie kombinierte Banales mit Brutalem
wie weiche Pelze und Federn, Schnuller, Perlen mit scharfen Zähnen,
Rasierklingen und Scherbenstücken. Neben seiner erotisch-sinnlichen
Qualität findet der Pelz, gepaart mit den Federn, Perlen und Spiegeln
auch als Attribut der Weiblichkeit Platz im Werk der Künstlerin.
Das „Ursula-Pelzhaus kann
als Summe des künstlerische Schaffen der Autodidaktin gelten, vereint
es doch ihre Assemblagen (Collagen mit plastischen Objekten), Pandoraschränke
und Pelzarbeiten.
Umgeben von 100 bizarren
Perückenköpfen, die mit Pfauenfedern, aber auch mit Zähnen,
Pelzstücken, Spiegelsplittern etc. versehen sind, steht das „Königinnenschloss“
der URSULA. An der Wand im Inneren finden wir eines ihrer typischen Bilder
mit dem Titel „Hommage à Beardsley“ (engl. Karikaturist des 19.
Jh. mit fantastisch-dekorativen Stil), einen Tisch mit bestückter
Schublade, Stuhl, Spiegel, einen Tierschädel und ein pelzbesetztes
Radio. Die Künstlerin hat sich hiermit eine perfekte Gegenwelt zur
realen Welt geschaffen, eine mystische Welt umringt von hundert Geisterköpfen,
in die sie sich zurückziehen konnte, sich geborgen fühlte. |