Kunst-Stück der Woche

URSULA Schultze-Bluhm
geb. 1921 in Mittenwalde
gest. 1999 in Köln

Der erste künstlerische Impuls der Künstlerin Ursula Schultze-Bluhm war das Schreiben, mit dem sie auch 1950 nicht aufhörte, als sie die Malerei für sich entdeckte. Gaben ihr ihre Bilder doch die Möglichkeit, ihre bildhaft-poetischen, skurril-unheimlichen Texte auch visuell umzusetzen. Ursulas Kunst resultiert aus einer kreativen Fantasie und einem individuellen, kindheitserinnernden Primitivismus. Auch wenn in ihren Werken Bezüge zum Surrealismus, zum Phantastischen Realismus, zur Art brut und zu den Naiven bestehen, lässt sie sich nicht eindeutig einer Stilrichtung zuordnen. Ihre Bilder zeigen eine Welt aus Traum und Utopie, eine eigene Gegenwelt zur Außenwelt, denn Ursula gehörte zu jenen, die nach den Schrecken des Krieges zu ihrer eigenen Realität fanden. Auch in dem Bild „Schneebaum, Eiskristalle und Vogel“ verbindet sich Märchenhaftes mit Groteskem, Tagträume mit Nachtalben. In labyrinthischen Verschlingungen breiten sich die Äste des Schneebaums wie eine Pelzschlange – oft verwendet Material der Künstlerin – über die gesamte Bildfläche aus. Inmitten des Geästs stürzt ein Vogel kopfüber hinab, während Eisblumen in mannigfaltigen Variationen ihn begleiten.
Ihre Bilder und Objekte sind trotz aller Phantastik zum Wiedererkennen, wecken Erinnerungen an Gesehenes.


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