Kunst-Stück der Woche

Heinrich Brockmeier
geb. 1938 in Berlin
lebt in Recklinghausen

Stets ist es der Mensch, menschliche Kopf, das Gesicht, die Mimik die den Bildhauer Heinrich Brockmeier interessieren. Es sind keine Abbilder, sondern vielmehr Aussagen über das Wesen des jeweiligen Menschen.
In verschiedenen Stadien des Verfalls sehen wir in der Arbeit „Opfer seiner selbst?“ den Kopf des Künstlers Joseph Beuys (1921-1985). Trotz der, für Brockmeier typischen, stark zerrissenen, verknitterten Oberfläche ist der Mann mit dem Filzhut zu erkennen. Der Werktitel ist als Frage konzipiert, dessen Beantwortung offen oder zumindest dem Kenner von Beuys überlassen bleibt. Der Künstler und Lehrer der Düsseldorfer Kunstakademie war Zeit seines Lebens durch einen Flugzeugabsturz im Krieg, den er schwer verletzt überlebte, gezeichnet und gebeutelt. Trotz seiner angeschlagenen Gesundheit war er sowohl täglich an der Kunstakademie, als auch vor der Presse und durch seine Kunstaktionen präsent.
Im Jahre 1971 setzte er durch, dass die Bewerber, die an der Akademie durch das Zulassungsverfahren ausschieden, trotzdem aufgenommen wurden, so dass in seiner Klasse statt der üblichen 30, über 200 Studenten waren. Seiner Ansicht nach sollte jeder, der Kunst studieren wollte, daran nicht gehindert werden. Dieses Verhalten führte schließlich zur seiner fristlosen Entlassung. 


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