Kunst-Stück der Woche

Carl Buchheister
geb. 1890 in Hannover
gest. 1964 in Hannover

In den Jahren vor 1945 setzte sich Buchheister mit geometrisch definierten konstruktiven Formen auseinander, der Einfluss Kandinskys und Malewitsch ist unverkennbar. Nach 1945 wird der malerische Prozess jedoch immer wichtiger und das Inhaltliche tritt zurück. Anregungen zu seinen Bildern fand er in der Natur, seiner Umwelt und in der Großstadt. Es gelang ihm, alles was er wahrnahm, in seinen Bildern in optische Kürzel umzusetzen. Oftmals sind es nur noch die Titel, die Aufschluss über den Bildinhalt geben. So weisen einige Titel auf das im Bild verwendete Material hin (z. B. „Komposition Dastru“ = Damenstrumpf). In dem hier vorgestellten Bild, in dem er Eierschalenstücke eingearbeitet hat, ist es also durchaus möglich, dass der Titelteil ‚Schare’ für ‚Schalenreste’ steht. Die in den Bildern verwendeten Materialien bleiben überdies nicht bloße Materialien, sondern werden zu einem Kompositionsteil. Mit der künstlerischen Gestaltung des der Malerei artfremden Materials, verwandelt er dieses zu einem Teilstück des Bildes. Dabei wahrt er den Eigencharakter des Gegenstandes, welcher somit seinen farblichen und formalen Stellenwert im Bild bekommt. Fast allen Bildern gemein ist der Zusatz ‚Komposition’, womit Buchheister deutlich machen wollte, dass es sich um eine abstrakte Arbeit handelt, die analog zur Musik gestaltet wurde.


zurück