Kunst-Stück der Woche

Carl Buchheister
geb. 1890 in Hannover
gest. 1964 in Hannover

Aus dem Drang heraus, Gefühle wie Freude oder Trauer zum Ausdruck zu bringen, fing Carl Buchheister 1923 nach anfänglich gegenständlicher Malerei an, gegenstandslos zu arbeiten. Diese Bilder bestehen zunächst aus geometrischen andere aus organischen Formenelementen. Die Titel umschreiben das jeweils dargestellte Gefühl. Oftmals waren es aber auch Ereignisse, die die Bildentstehung begleiteten und schließlich als Kürzel den Bildtitel lieferten. Wieder andere Titel nahmen das im Bild verwendete Material auf (in dieser Reihe erschien bereits das Bild „Komposition Schare“ von 1961).
Das Werk „Komposition AP 1/1955/63“ (1955/63) ist eines der Bilder, dessen Titel den Entstehungszeitpunkt des Bildes nennt. Man findet diese Betitelung bei Buchheister häufig in den Jahren 1953, 1954 und 1955. Die Buchstaben ‚AP’ stehen für den Monat April, die ‚1’ dokumentiert die Reihenfolge der Entstehung, worauf die Jahreszahl folgt. Bei diesem Werk handelt es sich zudem um eine überarbeitete Fassung. Buchheister stand seinen Bildern immer sehr kritisch gegenüber, so dass es vorkam, dass er sie nach einiger Zeit nochmals bearbeitete. Gab er diesen Arbeiten keinen gänzlich neuen Titel, so hängte er zumindest die Jahreszahl der Überarbeitung an den ursprünglichen Titel an. Dieses Umkomponieren bezog sich jedoch immer nur auf Teile des Bildes. Wir sehen dies auch in der Wittener Arbeit, wo mit weißer Lasurfarbe das Bild von 1955 übermalt wurde (unten links scheint noch der alte Titel durch), so dass die dünnen Linien noch sichtbar sind. Unten rechts finden sich auf einigen schräg verlaufenden Strichen zusätzlich aufgeklebte Fäden. Die glatte lasierte Fläche weist vor allem in der linken Bildhälfte eine reliefartige Übermalung auf, lässt aber den größten Teil des Bildes von 1955 frei.


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