Kunst-Stück der Woche

Emil Cimiotti
geb. 1927 in Göttingen
lebt in Wolfenbüttel

Emil Cimiotti ist als gelernter Steinmetz hauptsächlich Bildhauer, doch im Laufe der Zeit hat sich bei ihm auch die Zeichnung als künstlerisches Ausdrucksmittel durchgesetzt. Sie gibt ihm die Möglichkeit, in dem Wechselspiel von Linie und Fläche, Gefühle und Gedachtes auf dem Blatt zu visualisieren. Sein Stil lässt sich durchgängig in seinem Werk ablesen. Das hier abgebildete Bild „Zeichnung Nr. 19, Rom“ (1959) steht exemplarisch für den 1959 vollzogen Umbruch vom zentrierten, dichten zu einem aufgelockertem Zeichenstil. Im Gegensatz zu der Phase sehr dicht gezeichneter Bilder, die nur punktuell den Malgrund freigeben und in denen das eher zentrierte schwarze Liniengeflecht sich zu den Bildrändern auszufransen scheint, wird die Zeichnung wie in dem hier abgebildeten Bild luftiger und durchlässiger. Der Bilduntergrund ist präsenter und seine Struktur wird an einigen Stellen durch die zeichnerische Bearbeitung sogar hervorgehoben. Die dynamischen schwarzen Linien ziehen sich, begleitet von gewischten schwarzen und grauen Flächen, über das ganze Blatt. Was so spontan aussieht ist das Resultat eines längeren Arbeitsprozesses, in dem sich Cimiotti mit einer Zeichnung auseinandersetzt, sie verbessert, überarbeitet oder letztendlich sogar zerstört. 


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