Kunst-Stück
der Woche
Günter Drebusch
Als Autodidakt malte Günter Drebusch nach seiner Rückkehr aus dem 2. Weltkrieg zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen. Dabei flossen bereits die Anregungen seines Lehrers Peter Emil Noelle – dem ersten Direktor des Märkischen Museums – ein, denen später die Eindrücke aus der Freundschaft mit dem Maler Gustav Deppe und aus dem Kontakt zu der Künstlergruppe „Junger Westen“ folgten. Seine additive Malweise, in der die Linienstrukturen über das Blatt wachsen werden charakteristisch für Drebusch. Zu Beginn seiner Arbeit hat er noch keine Vorstellung, wie das fertige Bild schließlich aussehen soll. Vornehmlich nachts entstanden seine Bilder, Bilder aus vereinzelten Linien, die sich zu Büscheln verbinden oder dem Untergrund verschiedene Figurationen entlocken, wobei sie über das ganze Blatt wuchern und darüber hinaus zu existieren scheinen. Während er zeichnete wurde das Bild mehrfach gedreht, bis ein Oben und Unten entstand. Nach mehrwöchiger Arbeit offenbart sich auf dem Papier schließlich das Verhältnis von sinnlichem Auge und künstlerischer Hand. Die Bildtitel dienten Drebusch dabei primär zur Unterscheidung seiner Werke. Titel wie bei dem hier abgebildeten Werk „Im Gestrüpp“ (1957) regen hingegen die Assoziationen beim Betrachter an. Drebusch sagte selbst, dass seine Bilder die Hinterlassenschaft einer Tätigkeit aus einem bestimmten Zeitraum seines Lebens seien. |
|
|