Kunst-Stück der Woche

Wolfgang Finck
geb. 1945 in Neukloster/Mecklenburg
lebt in Süddeutschland

Fincks Schaffen ist bestimmt durch seine Freude am Handwerk während der Herstellung des Papiers. Der Entschluss des Künstlers, seinen Werkstoff selbst zu produzieren liegt in der Tatsache begründet, dass er schnell an die künstlerischen Möglichkeiten des industriell gefertigten Papiers gestoßen war. Die eigene Herstellung gibt ihm die Möglichkeit, sein Material mit selbst gewählten Rohstoffen und nach eigenen Wünschen zu produzieren, seine Dicke, Struktur und Farbe selbst zu bestimmen. Natürlich weist dies über andere künstlerische Tätigkeiten (Malerei, Zeichnung oder Plastik) hinaus, denn der Künstler kann zwar Sieb und Bestandteile selbst bestimmen, aber letztendlich ist das fertige Papier nicht das Ergebnis eines überlegten Prozesses wie dies bei Gemälden und Zeichnungen mitunter der Fall ist.
Wo Finck früher die Oberfläche des Papiers roh ließ, finden wir später Einfärbungen, die z. B. an andere Materialien wie Haut oder Leder erinnern wie in der Wittener Arbeit. Er legt die Papiermasse zum Trocknen auf Holzleisten, meist große gerasterte Holzrahmen, die der Papierfläche eine geometrische Gliederung geben. Diese Gliederung steht im Kontrast zu dem organischen Charakter des Papiers.
Finck selbst sagt zu seinen Arbeiten, dass er sie nicht interpretiert wissen möchte, sondern, dass sie für sich stehen und als solches auch anerkannt werden sollen.


zurück