Kunst-Stück der Woche

Werner Scholz
geb. 1898 in Berlin
gest. 1982 in Schwaz/Tirol

Bereits als Siebzehnjähriger musste Werner Scholz von der Schulbank zum Militär. Durch eine Kriegsverwundung verlor er seinen linken Arm. Dennoch nahm er 1919 sein Studium der Kunst in Berlin auf.
Seine Großstadtbilder der 20er und 30er Jahre waren noch sozialkritisch geprägt und in dieser Zeit fehlte es dem Maler, der seine Wurzeln im Expressionismus hat, nicht an Anerkennung. Das Aufkommen des Nationalsozialismus, den Scholz hautnah mit erlebte, machte dem ein Ende und seine Bilder bekamen den Stempel „Entartete Kunst“.
Kein geringerer als Emil Nolde war es, der einst dem Märkischen Museum Witten den Künstler empfahl. Das Bild „Die Flucht“ überlebte die Nazi-Zeit und ist heute noch in der Sammlung des Museums zu sehen. Es zeigt eine, angeblich dem Künstler bekannte, jüdische Familie, die aus ihrer Heimat fliehen muss. In extremer Nahsicht und in beklemmenden Farben sieht sich der Betrachter der Szenerie gegenüber. Die Gestalt der Mutter am linken Bildrand wird gefolgt vom Vater und den beiden halbwüchsigen Kindern. Nur das jüngste Mitglied ist stehen geblieben und scheint die Eltern fragend anzuschauen. Die Umgebung, in der sich die Familie befindet ist nicht zu verorten. Auch hier ist die Farbgebung der eigentliche Gestaltungsfaktor.


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