Kunst-Stück
der Woche
Winfred Gaul
Die künstlerischen Anfänge
Winfred Gauls fielen in eine Zeit, in der Automatismus und Psychogramm
Bild bestimmende Methoden waren. Jedoch bewegte er sich nur kurze Zeit
im Informel. Er untersuchte zunächst die unterschiedlichen Eigenarten
von Farbe und Linie, um diese schließlich zusammen zu führen.
Bevor er Ende der 60er Jahre zu seinen „Signalbildern“ fand, entstanden
eine Reihe von Bildern, in denen er seine Untersuchungen bezüglich
der Eigenart der Farbe und der Linie hineinfließen ließ. Oftmals
wechselte er dabei seine Materialien und Methoden. Das 1957 entstandene
Bild zeigt sein Bestreben, jede Art von Verhältnis zwischen verschiedenen
Farben auszuschalten, indem er die Bildfläche zwar nicht monochrom,
jedoch auf einer Grundfarbe basierend gestaltet. Ganz in der Tradition
des Informel eliminiert er die Form, während der Malprozess keineswegs
verschleiert wird. Wir sehen hier einen energiegeladenen, pulsierenden
Pinselduktus, der die Raumdynamik der verwendeten Farbe auf der ganzen
Bildfläche aufspannt.
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