Günter-Drebusch-Preis
Günter Drebusch (geb. 1925 in Witten und gest. 1998 ebenda) war als Künstler Autodidakt. Von 1965 bis 1991 war er Professor für Zeichnen und Designtheorie an der Fachhochschule Münster. Sein künstlerischer Schwerpunkt lag auf dem Gebiet der Zeichnung und Druckgrafik. Von besonderer Bedeutung in seinem Œuvre ist der umfangreiche Werkkomplex der informellen Tuschezeichnungen auf Löschpapier der 50er und 60er Jahre. Diese führten zum Teil zu dem neuartigen Bildtypus, dem „Versionismus“ (Wechselbilder, bei welchen durch unterschiedliches Zusammensetzen der vorgegebenen Bildelemente verschiedene Bildaussagen ermöglicht werden). Die Druckgrafik der 50er bis 80er Jahre umfasst 270 Werknummern, vor allem Radierungen und Lithografien. In den 60er Jahren entstanden die so genannten „Umsetzungen“. Werke älterer Meister wurden überwiegend mit Mitteln der Zeichnung bildnerisch interpretiert. Die 70er Jahre kennzeichnet der Werkkomplex der 75 „Bunkerbilder“ - ausgehend von der Zeichnung gelangte der Künstler zu Collagen und Objekten. In den 80er Jahren knüpfte
Günter Drebusch an die frühe informelle Phase an. Das umfangreiche
21 Jahre lang leitete Günter Drebusch als 1. Vorsitzender den Westdeutschen Künstlerbund und war darüber hinaus langjähriges Vorstandsmitglied des Deutschen Künstlerbundes, der Internationalen Gesellschaft Bildender Künstler sowie Sprecher des Deutschen Kunstrates bzw. Kulturrates. Der Künstler war der wichtigste und weit über die Grenzen seiner Heimatstadt bekannte Wittener Künstler dieses Jahrhunderts. Seine Hauptarbeitsgebiete waren die Zeichnung, die Radierung und die Collage. Günter Drebusch war bei zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen präsent: Mehr als 60 Einzelausstellungen und 250 Gruppenausstellungen, darunter vielfach Teilnahme an Grafik- und Zeichenbiennalen, belegen eine rege Ausstellungstätigkeit. Er wurde durch 5 nationale und internationale Kunstpreise geehrt. Günter Drebusch war aber auch im gleichen Maße akademischer Lehrer, Kunstschriftsteller und Künstlerfunktionär. Schon früh und dann sehr beständig hat sich Drebusch mit kunsttheoretischen und kunstsoziologischen Themen in Vorträgen und Artikeln befasst. Das Märkische Museum verfügt über große Konvolute von Arbeiten des Künstlers. Zu Ehren dieses Künstlers hat der Rat der Stadt Witten den Günter-Drebusch-Preis ausgeschrieben, der in einem offenen Wettbewerb für junge Künstler bis 28 Jahre im Bereich Zeichnung ausgelobt wird. Der Förderpreis in Höhe von 1 500 Euro wird vom Wittener Kunstverein bereitgestellt. Die Stadt Witten beabsichtigt, mit der Vergabe dieses Förderpreises im Rahmen ihrer kommunalen Kulturpolitik gerade junge Nachwuchskünstler, die in NRW leben, arbeiten oder hier geboren sind, zu fördern. Die mit dem Preis verbundene Ausstellung im grafischen Kabinett des Märkisches Museums soll in erster Museumspräsentation auf die künstlerische Leistung junger Talente aufmerksam machen und den jungen Künstlern den Einstieg in die Ausstellungsszene und in den Kunstmarkt erleichtern. Die bisherigen Günter-Drebusch-Preisträger: 2001 - Bernhard Brungs
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