Kunst-Stück der Woche

Karl Otto Götz
geb. 1914 in
lebt in Wolfenacker / Westerwald

Für K. O. Götz ist das Bild mehr als der Ausdruck von Subjektivität. Der surrealen und romantischen Tradition bis heute verbunden, weisen seine Bilder Dynamik und Spontaneität auf. Angeregt durch Künstler wie Max Ernst, Klee und Kandinsky, entstanden zunächst halb-abstrahierte Bilder wie man es in dem surrealistischen Bild „Der Kuss“ sehen kann. Schon in diesem frühen Bild sind die schwingenden Linien enthalten, die er in seinen späteren Bildern mittels des Rakels auf einer anderen Ebene erreicht. Zwar haben die surrealistischen Bilder keine Abbildungsfunktion, jedoch ergibt sich stets ein Spielraum für Assoziationen. Durch ihre Farbigkeit erinnert die Bildszene an eine Landschaft. Im Vordergrund das Grün einer Wiese, im Hintergrund das Blau des Himmels. In der rechten unteren Bildecke deuten die geschwungenen Linien und organisch geformten Farbflächen ein Pärchen konturenhaft an. Das rechte Bilddrittel wird hingegen von einer doppelt so großen weiblichen Figur dominiert, welche komplett durch Umrisslinien geformt wird. Es scheint, als würde ein vogelähnliches Objekt auf sie zufliegen, wobei es den Schnabel ihrem Gesicht entgegen reckt.
Wie viele seiner Kollegen erhielt auch Götz unter dem NS-Regime aufgrund solcher Bilder Mal- und Ausstellungsverbot.


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