Kunst-Stück
der Woche
Karl Otto Götz
geb. 1914 in Aachen
lebt in Wolfenacker
K. O. Götz gehört
zu den Hauptvertretern des deutschen Informels. Charakteristisch für
seine Bilder ist die von ihm zuerst in den 50er Jahren eingesetzte Rakeltechnik.
Er leitete diese Technik aus seiner Arbeit mit den Monotypien ab. Monotypien
entstehen, indem dünnflüssige Druckerfarbe auf einer Glasplatte
verteilt und in die hineingezeichnet wird. Anschließend entsteht
im „Abklatschverfahren“ das Bild auf Papier. Götz verwendete dazu
eine Rasierklinge, mittels der er die nasse Farbe auf der Glasfläche
verschob und sich so die hellen Stellen auf dem Papier bildeten. Die Rolle
der Rasierklinge wurde durch sein Bestreben, diese Technik in einem größeren
Maßstab auszuführen, durch das Rakel (Stück Holz mit einer
Gummikante) ersetzt.
Das kompositionelle Gerüst
eines Bildes entwickelt Götz meist zuvor in Skizzen oder Gouachen,
wobei dem Zufall bei der späteren Ausführung keine Grenzen gesetzt
wird. Spontaneität und Dynamik während des Malens sind Mittel
zum Zweck, um die Kontrolle durch den Verstand größtmöglich
auszuschalten. Auch das Bild „Nova III“ (1984) entstand in dieser Technik,
wo dünnflüssige Farbe auf einem hellen, liegenden Bildträger
verteilt wird. Die Farbe wird anschließend mit dem Rakel weg geschleudert
und verschoben.
Während er sich bei
den Leinwandarbeiten auf den Schwarz-Weiß-Kontrast beschränkt
und Farbe nur sparsam einsetzt, zeichnen sich seine Lithografien durch
mehr Farbigkeit aus. Vor allen anderen druckgrafischen Techniken bietet
ihm die Lithografie die Möglichkeit des malerischen Umgangs mit Pinsel
und Rakel. Der glatt geschliffene Stein, auf dem dabei gearbeitet wird
eignet sich besonders gut für die schnelle Arbeitsweise.
Dank der, die Museumssammlung
ergänzenden Schenkung an Lithografien des Ehepaares Annelie und Georg
Retzlaff, ist das Märkische Museum in der Lage, Ihnen vom 26.04. bis
zum 07.06.2009 im Grafischen Kabinett ein breites druckgrafischen Spektrum
aus dem Schaffen von K. O. Götz zu präsentieren. |