Kunst-Stück der Woche

Bruno Goller
(*1901 in Gummersbach - †1998 in Düsseldorf)

Gollers Bilder sind durch Erinnerungen an seine Kindheit geprägt, in der er oft im Hutladen seiner Mutter zwischen Stoffen, Schleifen und dem vielen Nähzeug gespielt hat. Über Jahrzehnte hinweg greift er immer wieder die gleichen Themen auf, kein Gegenstand ist ihm zu minderwertig, als dass er ihn nicht gemalt hätte. Er nimmt die Gegenstände aus ihrer natürlichen Umgebung und fügt sie in ein abstraktes, flaches Bildfeld. Das Bild „Schere“ demonstriert Gollers Malweise der späteren Jahre, in denen seine Bilder ornamentaler, auf ein Minimum reduziert sind und die Fläche als Ordnungsprinzip dient. Man sieht eine überdimensionierte geöffnete Schere, die wie zufällig auf dem seltsamen Gebilde platziert ist. Mit dem eingangs erwähnten Wissen, in welcher Umgebung Goller aufwuchs, erkennt man in den ovalen Formen aufeinander gestapelte Stoffballen in der Seitenansicht. Auch wenn sich bei Goller keine sozial-kritischen Gesellschaftsbilder finden lassen, so sind diese nicht zeitlos. Ihre zeitliche Wurzel haben die Gegenstände in der Kindheit Gollers und wirken dadurch alt-modisch, für den heutigen Betrachter eher fremd.


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