Kunst-Stück der Woche

Kuno Gonschior
geb. 1935 in Wanne-Eickel

Kuno Gonschior experimentiert seit seiner Studienzeit mit Pigmenten und der Zusammensetzung von Farbe. Bis heute ist die Farbe der Ausgangspunkt für seine Arbeiten. Er bildet keinen Gegenstand ab und verzichtet auch auf die Komposition, denn bei ihm ist Farbe Bewegung und nicht Begleiter der Form. Sie wird in seinen Bildern erlebbar und es wird begreifbar, dass sie nicht unverändert existiert, sondern sich in Raum und Zeit durch Faktoren wie z. B. die Lichtgebung und die Konsistenz verändert. Die optische Wirkung der Farbe ist es, die Gonschior interessiert.
In dem Bild „Vibration grün-violett-orange“ lassen sich die Farben kaum mehr verorten und geraten durch den starken Kontrast von Grund und Farbpunkten in starke räumliche Bewegung. Bei längerer Betrachtung hat man das Gefühl, dass sich das Bild stets verändert (was im Übrigen für seine Bilder generell gilt). Die Farbflecken, die in locker und dicht gestreuten Strukturen auf dem grünen Hintergrund stehen, rufen - aus der Ferne betrachtet - den Eindruck hervor, als würden sie sich wölben. Tritt man nah an das Bild heran, verliert sich diese Räumlichkeit.
Kenntnisse in der Farbenlehre sind für die Betrachtung seiner Bilder nicht nötig, denn allein das längere, konzentrierte Betrachten des Werks ruft eben beschriebene Erlebnisse hervor.


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