Kunst-Stück der Woche

Karl Heidelbach
geb. 1923 in Hanau
gest. 1993 in Köln

Auch, wenn Karl Heidelbachs Schaffen in die Blütezeit des Informels fiel, arbeitete er traditionell gegenständlich. Für ihn war das Bild eine Art Bühne, auf der sich etwas abspielt – die Malerei. In diesem Sinne arrangierte er auf seiner Bildfläche die Gegenstände oder Personen, setzte sie in Szene. So ist es in dem hier gezeigten Bild z. B. einer seiner Roboter, der in der allzu menschlichen Geste seine Herkunft aus dem Abfall der Zivilisation vergeblich zu leugnen versucht. Als Vorlage dienten dem damaligen Kunsterzieher Heidelbach, die Blechdosenfiguren der Kinder, die er unterrichtete. In Stellung gebracht setzte er sie plastisch gemalt in seinen Bildern um. Als Einzelfigur stehen sie vor dem einfarbigen, ansonsten leeren Hintergrund, so dass die Größe der Figur nicht zu bestimmen ist. Jedoch geht es dem Künstler nicht um die Roboter. Auch will er keine gesellschaftskritische Haltung demonstrieren. Vielmehr geht es ihm darum, das Absurde im Alltäglichen, die Menschen und ihre Verhaltensweisen, ihre Unzulänglichkeiten und ihre Eitelkeiten zu zeigen, die sie für die lächerlichen Aspekte ihres Tuns blind machen. Dies setzt er sachlich, in glatter Malweise, die jede individuelle Fraktur des Pinsels vermeidet und die die Stofflichkeit der Objekte möglichst sachlich wieder gibt um.
Die eventuelle Komik der Bilder entsteht jedoch erst im Betrachter durch dessen Assoziationen.
 


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