Kunst-Stück
der Woche
Karl Heidelbach
Auch, wenn Karl Heidelbachs
Schaffen in die Blütezeit des Informels fiel, arbeitete er traditionell
gegenständlich. Für ihn war das Bild eine Art Bühne, auf
der sich etwas abspielt – die Malerei. In diesem Sinne arrangierte er auf
seiner Bildfläche die Gegenstände oder Personen, setzte sie in
Szene. So ist es in dem hier gezeigten Bild z. B. einer seiner Roboter,
der in der allzu menschlichen Geste seine Herkunft aus dem Abfall der Zivilisation
vergeblich zu leugnen versucht. Als Vorlage dienten dem damaligen Kunsterzieher
Heidelbach, die Blechdosenfiguren der Kinder, die er unterrichtete. In
Stellung gebracht setzte er sie plastisch gemalt in seinen Bildern um.
Als Einzelfigur stehen sie vor dem einfarbigen, ansonsten leeren Hintergrund,
so dass die Größe der Figur nicht zu bestimmen ist. Jedoch geht
es dem Künstler nicht um die Roboter. Auch will er keine gesellschaftskritische
Haltung demonstrieren. Vielmehr geht es ihm darum, das Absurde im Alltäglichen,
die Menschen und ihre Verhaltensweisen, ihre Unzulänglichkeiten und
ihre Eitelkeiten zu zeigen, die sie für die lächerlichen Aspekte
ihres Tuns blind machen. Dies setzt er sachlich, in glatter Malweise, die
jede individuelle Fraktur des Pinsels vermeidet und die die Stofflichkeit
der Objekte möglichst sachlich wieder gibt um.
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