Kunst-Stück der Woche

Gerhard Hoehme
geb. 1920 in Greppin
gest. 1989 in Neuss

Bestimmendes Element in seinen Arbeiten bleibt die informelle Malerei. Jedoch fasziniert ihn nicht die individuelle Geste, der spontane Malakt, sondern vielmehr die Materialität der Farbe und das gebaute, organisierte Bild. Die Fläche interessiert den Künstler dabei weniger, so dass er versucht, den umgebenden Raum in seine Bilder mit einzubeziehen, indem er zunächst die Farbe pastos auf die Leinwand bringt, ihre Plastizität thematisiert. Hoehme geht es dabei vielmehr um eine Beziehung dessen, was im Bild geschieht und was außerhalb des Bildes vorhanden ist, wobei es selbst als Gegenstand zwischen diesen beiden Bereichen steht. Es kann die beiden Bereiche abgrenzen, aber auch Fenster oder Spiegel zu beiden sein. Weitere Untersuchungen des Bildraumes kommen hinzu und er beginnt, seine Bildfenster zu verschließen, indem er sinnvolle Sätze oder bloße Buchstaben und Zeichen in mehreren Ebenen übereinander legt. Auch in der Arbeit "Schrift, Zeichen, Raum" finden sich schriftartige Zeichen, die er in die dunkle Farbschicht eingegraben hat. Hoehme lässt hier Schrift und Bild zu einer Einheit werden.
In der konsequenten Verfolgung des Bestrebens, den Raum in seine Bilder mit einzubeziehen, besteht seine besondere Leistung schließlich in der dreidimensionalen Öffnung des Bildes, welche in seinen Schnurbildern gipfelt.


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