Kunst-Stück der Woche

Gerhard Hoehme
geb. 1920 in Greppin
gest. 1989 in Neuss

Gerhard Hoehme begann erst im Alter von 28 Jahren mit der Malerei, wobei der Eintritt in die Kunst ihn über den Tachismus führte. Allerdings wollte er sich stets von der Kunstszene absondern, was u. a. schließlich zu einer Entwicklung aus dem Informel heraus führte. Thema seines Schaffens war jedoch stets die Beziehung von dem, was im Bild ist, zu dem, was außerhalb des Bildes liegt. Diese Beschäftigung mit der Relation von Bild- und Realraum gipfelt in seinen späten Schnurbildern, in denen er ein oder mehrere Schnüre tatsächlich aus dem Bild heraus in den Raum davor spannt. Hoehmes Ansicht war es, dass die Kunst stets eine Beziehung (zum Betrachter selbst, die in ihm ausgelösten Gefühle etc.) zu dem hat, was vor der Bildfläche ist und, dass der moralische Sinn der Kunst darin liegt, diese Beziehung herzustellen.
Noch vor dem bereits hier vorgestellten Bild „Schrift, Zeichen, Raum„ stehen u. a. Bilder, in denen die Farbe selbst materielle Substanz des Bildes ist. Thematik bleibt jedoch dieselbe. Auch in diesen Arbeiten, für die das Wittener Werk mit dem Titel „Gelbes Bild“ (1958) exemplarisch steht, versucht Hoehme, in den Raum „vorzustoßen“, indem er die Farbe dick auf der Leinwand stehen lässt.
Entgegen des spontanen Malgestus des Informels setzt er hier ordnende Elemente ein. In rhythmischer, serieller Struktur überzieht die monochrome, pastose Farbe die ganze Bildfläche.


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