Kunst-Stück der Woche

Hans Kaiser
geb. 1914 in Bochum
gest. 1982 in Soest

Zunächst galt dem Bildnis und der Landschaft sein primäres Interesse, die er in impressionistischer Malweise ausführte. Die allmähliche Überleitung zur abstrakten Kunst führte ihn über den Kubismus, wobei die Bilder dieser Phase bereits eine starke Nähe zur Glaskunst aufweisen, die er Mitte der 50er Jahre für sich entdeckte. Kennzeichnend sind die durch dunkle Stege getrennten Farbflächen. Seine Glaskunst brachte ihm Aufträge für sakrale und profane Glas- und Wandmalereien ein. Doch die Auflösung des Gegenständlichen schritt voran, so dass Kaiser 1961 schließlich zu einer eigenen Bildsprache fand. Entscheidend war dafür ein mehrmaliger und langer Aufenthalt auf Ibiza, wo ihn die dortigen Lichtverhältnisse stark beeinflussten. Die im Anschluss entstandenen Bilder unter dem Titel „Ibizenkisches Tagebuch“ nannte der Kunstkritiker John Anthony Thwaites ‚explodierte Landschaft’, womit er die Malerei Kaisers nach 1960 treffend charakterisierte. Er ist es auch, dem Kaiser das Bild „Salut an Anthony“ gewidmet hat. Wir sehen hier das für Kaiser typische Spiel kalligraphischer Linien, die an Schriftzeichen erinnern. Durch die Neben- und Übereinanderschichtungen der mit dickflüssiger Farbe aufgetragenen Pinselstriche erhält das Bild ein vibrierendes Eigenleben, wobei die lichte Farbigkeit, die bis hin zu sehr kräftigen, dunklen Farbtönen geht, dem Bild zusätzlich räumliche Tiefe verleiht.


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