Kunst-Stück der Woche

Horst-Egon Kalinowski
geb. 1924 in Düsseldorf
lebt in Paris

Kalinowskis Schaffen begann unter dem Einfluss des deutschen Informels. Schnell entstanden neben seiner Malerei zahlreiche Collagen, Bildobjekte und –schreine, aus denen sich schließlich seine ‚caissons’ - eine Bezeichnung für einen Behälter, der einen Inhalt umschließt - entwickeln. Umspannt mit gebrauchtem Leder von alter Kleidung, Taschen usw. haben diese rechteckigen Holzkonstruktionen die äußere Form von Körpern mit fragmentarischen Hinweisen auf menschliche Körperteile wie Geschlecht, Augen, Hüfte oder ähnlichem. Leder wird ab 1960 zu Kalinowskis primären Arbeitsmaterial, denn für ihn ist es das wärmste Material, ein Material, dem seine Vorerfahrung in Form von Narben, Einschnitten und anderen Abnutzungserscheinungen eingeschrieben ist. 
Die fetische Dimension, die den Arbeiten, nicht zuletzt durch das verwendete Material, anhaftet, wird durch Accessoires wie Ketten, Kugeln, Haken usw. und Arbeitstitel noch verstärkt. In der Skulptur „La deésse noir au collier“ (Schwarze Göttin mit Halskette) sehen wir uns einer, an den weiblichen Körper erinnernden Wandarbeit gegenüber, die der Vorstellungskraft des Betrachters freien Lauf lässt.
Für Kalinowski sind seine ‚caissons’ Mittel der eigenen Daseinsbewältigung und Selbstausdruck.


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