Kunst-Stück
der Woche
Jan Koblasa
geb. 1932 in Tabor (CSSR)
lebt und arbeitet in Schleswig-Holstein,
Hamburg, Prag und Ibiza
Der aus dem tschechischen
Tabor stammende Künstler kam 1969 nach Kiel. Sein Werk ist durch eine
starke Ausdrucksbreite der Motive und Materialien gekennzeichnet. So drückt
er sich in der Zeichnung, auf der Leinwand, in der Grafik und in der Skulptur
aus. Ausgangsbasis ist jedoch immer ein bestimmtes Thema und Koblasa sprach
1963 einmal von drei Hauptthemen: Erde – Paradies –Garten der Lüste.
Um 1976 wendet sich Koblasa
verstärkt der Skulptur und dem Material Holz zu. Die Wittener Arbeit
„3 Stehende“ (1980) besitzt eine eigene Geschichte, denn das Holz dieser
Skulptur bekam Koblasa von einem alten Ahornbaum, der einst in dem Garten
der Bonner Galerie Hennemann stand. Dieser Baum musste dem Fortschritt
weichen, denn genau dort sollte ein unterirdisches Schnellbahnsystem entstehen,
wobei die Baustelle für die Wendeschleife in diesem Garten war. Koblasa
sah den gefällten Baum und schnell war die Idee geboren, eine Ausstellung
zu machen, die ausschließlich diesem Baum gewidmet ist. Es sollte
alles ausgestellt werden, was dieser alte Ahorn als Werkstoff hergab. Selbst
die Holzabfälle nahm Koblasa später mit und fertigte daraus in
seinem Atelier in Kiel Mini-Skulpturen. In der 1997 datierten Nachbearbeitung
versieht er die Holstelen mit einem Kupfermantel. |