Kunst-Stück der Woche

Reinhold Koehler
geb. 1919 in Dortmund
gest. 1970 in Siegen

Reinhold Koehlers bildnerisches Verfahren, mit dem der Autodidakt bekannt wurde, ist die Décollage. Eine Technik, bei der er mehrere Papierschichten übereinander klebt und durch gezieltes Abreißen die oberen Schichten partiell wieder entfernt.
Diese Eingriffe, diese Zerstörung der Oberfläche und die Manipulation des Materials kennzeichnen sein Werk. Es entstehen Plakat-Décollagen und die Contrecollagen, wo die Papierschichten hinter eine Glasscheibe geklebt werden, die er anschließend punktuell mit einem Hammer einschlägt.
Ab 1966 entstehen die so genannten Décollages imprimés. Als Druckstock dienen ihm dabei hauptsächlich Konservendosen, die er auf der Straße oder auf dem Schrottplatz findet. Verrostete Stellen zeichnen sich im Druck dadurch aus, dass sie mehr Farbe aufnehmen. Für den Druck in der Druckerpresse werden diese Dosen gebogen, zerschnitten und platt gedrückt.
Somit bringt er die ursprünglich dreidimensionale Dose in ihre grafische Zweidimensionalität, macht er aus einem Produkt unserer Zivilisation – hat es seine Funktion erfüllt – ein ästhetisches Produkt.


zurück