Kunst-Stück der Woche

Erich Krian
geb. 1948 in Dortmund
lebt in Dortmund

Verwendete Erich Krian in seinen frühen Arbeiten noch Federn, Schnüre, Folien etc., so gilt sein Interesse ab 1987 hauptsächlich dem Paraffin als Werkstoff. Dieses Material behält trotz seiner Gleichförmigkeit ein belebtes, warmes Aussehen und ist somit als bevorzugtes Material in vielen seiner Arbeiten zu finden. Weiteres Gestaltungselement ist das Loch, das uns in seinen Objekten und Skulpturen in unterschiedlicher Weise begegnet. Zum einen tritt dieses Gestaltungselement als Verletzung der Oberfläche auf und zum anderen ist es als zum Teil begrenzte Vertiefung wahrnehmbar. Wieder andere sind mit Paraffin verfüllt.
In der Wittener Arbeit „Toscana-Reihe“ (1990/91) finden wir beides wieder. Die vier gleich großen Holzkörper wurden mit schwarzem Unterbodenschutz gestrichen und mit Paraffin gefüllt. In der Wachsmasse  liegen jeweils unterschiedlich darin eingesunkene Terrakottahalbkreise, die einen Ring bilden. Der Entstehungsprozess ist für den Betrachter nachvollziehbar. Es ist ein sichtbar gemachtes Zeitmoment, denn das Einsinken des Terrakottas wurde vom Künstler zu einem bestimmten Zeitpunkt gestoppt. Dieser Zeitpunkt variiert in jedem Holzkörper.
Die Mehrteiligkeit dieses Objektes ist typisch für Krian, denn es sind nie nur einzelne Elemente bei ihm gemeint. Sie stehen immer in einem Verhältnis zueinander, wobei die inhaltliche Vermittlung völlig unabhängig von ihrem Aufstellungsort ist.


zurück