Kunst-Stück
der Woche
Adolf Luther
geb. 1912 in Krefeld
gest. 1990 in Krefeld
Nach seinem Jurastudium und
der Arbeit als Richter, beantragte Adolf Luther 1957 endgültig seine
Entlassung aus dem Staatsdienst, um sich seiner Leidenschaft, der Kunst,
vollends widmen zu können.
Entstehen in den Jahren
1957/58 noch gestisch-informelle Bilder, so geht Luther immer mehr dazu
über, die Fläche zu überwinden, den Malgrund zu verdinglichen.
Getrieben wird er bei seiner Arbeit von seinen schon früh einsetzenden
Beobachtungen des Lichts. Er sieht das Licht als ein ästhetisches
und physikalisches Phänomen, das Bilder sichtbar macht und umgekehrt.
Nach Arbeiten, in denen
er die Fläche durch dick aufgetragene Farbe in den Raum ragen lässt
und somit das Licht modelliert, tendiert er immer mehr dazu, das Bild durch
Objekte zu ersetzen. Dabei bilden Spiegelobjekte wie die Wittener Arbeit
einen bedeutenden Werkteil. Luther nutzt die Eigenschaften des Spiegels
und zeigt, dass nicht nur der Raum von Licht erfüllt ist, sondern
das Licht auch die Bedingung für unsere Wahrnehmung ist. Stellt man
sich vor das Spiegelobjekt, sieht man sich und seine Umgebung in vielen
unterschiedlichen Ansichten gleichzeitig. Luthers Satz „Der Raum ist voller
Bilder“ – ein Raum, der erst durch das Licht entsteht – wird somit deutlich. |