Kunst-Stück
der Woche
Erich Müller-Kraus
Das 1946 entstandene Bild fällt noch in die Zeit, in der sich das Schaffen von Müller-Kraus zwischen Abstraktion und Zeitkritik bewegte. Erst um 1949 wendete er sich ganz der abstrakten Komposition und letztendlich dem Informel zu. Gemälde hat dieser politisch sehr engagierte Künstler nur sehr wenige geschaffen, äußerte er doch seine Zeitkritik während des Krieges mehr oder weniger verdeckt und vorsichtig in seinen Holzschnitten und Zeichnungen. In „Ruinendämonie“ führt er uns in abstrakter Szenerie die Folgen des Krieges, die schreckliche Zerstörung von Menschen und ganzen Städten vor Augen. Ohne wirkliche Ruinen zu zeigen, vermittelt er dennoch die Magie der Zerstörung Vor einem grünen Hintergrund tanzen geometrische und organische Formen auf der Leinwand. Sie scheinen in diesem irrealen Raum ein Eigenleben zu führen, in dem sie ihr gespenstisches Treiben zelebrieren. Der Einfluss durch Kandinsky ist hier deutlich zu erkennen, jedoch gibt er nicht wie dieser in seinen Bildern innere Empfindungen wieder, sondern abstrahiert von einer real existierenden Welt. Diese Tatsache erschließt sich dem Betrachter jedoch erst, wenn er den Titel des Bildes liest. |
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