Kunst-Stück der Woche

Jürgen Möbius
geb. 1939 in Großenhain bei Dresden, lebt und arbeitet in Klein-Winternheim bei Mainz

Möbius ist nicht daran interessiert, Landschaft bildnerisch umzusetzen. Aus diesem Grund fand er in der schwarzen Linie, welche die Leinwand in der Waagerechte unterteilt, das urbildliche Zeichen für Landschaft. Das Sujet spielt in seinem Werk eine eher sekundäre Rolle, spricht er in der Art seiner Darstellung doch eher die Assoziationsfähigkeit des Betrachters an. Für seinen „Ur-Horizont“ wie er die horizontale Linie nannte, wählte er bewusst die Farbe Schwarz, da eine andere Farbe die Assoziationen des Betrachters in eine falsche Richtung gelenkt hätte. Schwarz betont den gewünschten Zeichencharakter, schließt und löscht aus, abstrahiert. Möbius demaskiert den schönen Schein durch das Übermalen der erfahrenen Realität, einer Realität, die fragmentarisch – z. B. durch Stroh, Äste oder Sand – noch in seinen Bildern zu finden ist. Er selbst nennt sie „supranaturale Landschaften“, da sie die über die sichtbare Welt hinausgreifende Wirklichkeit repräsentieren.


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