Kunst-Stück der Woche

Jürgen Möbius
geb. 1939 in Großenhain bei Dresden, lebt und arbeitet in Klein-Winternheim bei Mainz

In den siebziger Jahren geht Jürgen Möbius noch von der Horizontlinie aus und entwickelt daraus die kompositionelle Struktur seiner Bilder, seiner „supranaturalen Landschaften“. Danach vollzieht sich eine Veränderung, die aus dem schwarzen Balken allmählich ein völlig neues Zeichen macht. Die Horizontlinie wird quasi zerstückelt und zu einem neuen Zeichen zusammengesetzt. Möbius verwendet im Vorfeld dazu schwarze Papierstreifen oder Schablonen, mit denen er die visuelle Wirkung zunächst auf dem farbigen Grund ausprobiert. Steht die Komposition fest, ersetzt er die Streifen durch schwarze Farbe. Dabei kommen auch immer wieder Formen vor, die sich eindeutig beschreiben lassen, so wie Kreis und Dreieck.
In dem Bild „81/62-96“ (1996) steht eine rational durchdachte schwarze Dreiecksform vor einer emotional gemalten farbigen Fläche. Während das Schwarz in seinen Bildern stets den Zeichencharakter behält, weisen die Farbflächen unterschiedliche Oberflächenstrukturen auf. Es finden sich hier poröse Partien, die durch die Vermischung der Farbe mit Sand entstanden sind, aber auch gespachtelte glatte Flächen. 
Möbius selbst versteht seine Bilder als Eröffnung eines ästhetischen Erlebens. Sie sind also frei von einer verbindlichen Deutung.


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