Kunst-Stück der Woche

Hans Platschek
geb. 1923 in Berlin
gest. 2000 in Hamburg

Im Alter von 16 Jahren emigrierte Hans Platschek 1939 mit seiner Familie nach Uruguay, wo auch seine künstlerischen Anfänge - u. a. gekennzeichnet durch zeichenhafte Figurationen, die an die Bildsprache Klees oder Mirós erinnern – als auch seine Beschäftigung mit der Kunstkritik liegen. Erst 14 Jahre später kehrte er nach Deutschland zurück, wo er in den 50er Jahren für kurze Zeit zu der Gruppe der umstrittenen informellen Künstler gehörte. Obwohl er seinen größten Erfolg in den Jahren 1957-64 mit seinen informellen Arbeiten hatte, gab er diese zugunsten einer gegenständlichen Malerei mit gesellschaftskritischer Thematik wieder auf.

Das hier abgebildete Werk fällt in die Phase von Informell und ‚Neuer Figuration’, die Grenzen zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit sind jedoch bereits unklar. So findet man zwischen der Farb- und Linientextur Zeichensysteme, die Gegenständliches zwar nicht beschreiben, aber suggerieren. Hier ist es eine an eine menschliche Figur erinnernde Gestalt, die sich mit Stock und Hut in diesem Gewirr bewegt. Die großgliedrige, lineare Struktur, die so charakteristisch für sein Frühwerk war, löst sich immer mehr auf und übrig bleiben schwarze, informelle Flächen, die sich wie hier in dem rot-braun getönten Farbgründen ausbreiten.


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