Kunst-Stück
der Woche
Marie Luise von Rogister
geb. 1899 in Sarrebourg/Lothringen
gest. 1991 in Bötersheim
In ihren kleinformatigen
Bildern – Großformate werden wir vergebens in ihrem Schaffen suchen
– malte sie zunächst noch gegenständlich. Die 1899 geborene Künstlerin
gehörte jedoch schon vor 1945 zu den Künstlern, deren Malerei
in einer Zeit des mehr oder weniger gegenständlichen Bildes bereits
zu einer eigenwilligen Bildästhetik fand.
Anfang der 50er Jahre werden
ihre Bilder vollends abstrakt, wobei die Nähe zur Malerei von Fritz
Winter, mit dem sie ab 1938 eine lebenslange Freundschaft verband, nicht
zu leugnen ist. Schon in den frühen Arbeiten findet man Gitter- und
Kreuzmuster und Rechteckkompositionen. Diese verdichten sich allmählich
zu verkürzten und parallel gesetzten, floßartigen Balkenlagen.
Zu Beginn der 60er Jahre wuchert dieses Flechtwerk über das ganze
Bild und es scheint, als bildeten sie ein dichtes Gestrüpp. Die Arbeit
„Das Gras vergeht“ (1961) zeigt exemplarisch die für Marie Luise von
Rogister charakteristische Geflecht-Struktur. Wie ihr Freund Winter setzte
auch sie sich mit der Natur auseinander, so dass in diesem Bild durchaus
Anklänge an die Natur existieren. In den dichten Schraffuren, die
an Gras oder Gestrüpp erinnern, blitzen fensterartig Farbflächen
auf, die den Blick in ein „Dahinter“ frei geben. Die Farbgebung ist eher
düster und unterstreicht somit noch den im Titel bereits erwähnten
Vergänglichkeitsaspekt es Bildes. |