Kunst-Stück der Woche

Hans Scheib
geb. 1949 in Potsdam - lebt in Berlin

Seit dem 14. Jh. gibt es das Motiv des Totentanzes in der Kunst, der die Gewalt des Todes über den Menschen in einer Reihe von allegorischen Gruppen unter dem Bild des Totentanzes zeigt. Auch Scheib nimmt sich in seiner 5-teiligen Figurengruppe dieses Themas an. Zentrale Figur ist der überlebensgroße Knochenmann, der seinem Gegenüber begrüßend die rechte Skeletthand entgegen streckt. Begleitet wird er von einem abgemagerten, Zähne fletschenden Hund. Der Hund steht hier als Symbol für den Begleiter der Toten und ihrer Seelen und ist somit dem Knochenmann zuzuordnen. In angstvoll, zusammengekauerter Verrenkung, mit aus ihren Höhlen quellenden Augäpfeln sitzen vor ihm zwei an die menschliche Gestalt erinnernde Figuren auf dem Boden. Hinter dieser Gruppe ist ein kleines Bündel zu erkennen, welches an ein Fötus oder Baby erinnert. Es liegt, von der Gruppe völlig unbeachtet, schräg hinter dem Tod und seinem tierischen Begleiter.
Es wäre anzunehmen, dass der Künstler seine Figuren nachträglich bemalt. Dem ist nicht so. Er zeichnet oder vielmehr malt den Balken zunächst mit Farbe an und bearbeitet ihn dann mit Stechbeitel, Schnitzeisen und Kettensäge.


zurück