Kunst-Stück
der Woche
Hans-Jürgen Schlieker
geb. 1924 in Schöningen
gest. 2004 in Bochum
Von der gegenständlichen
Malerei kommend bewegt sich Schliekers Werk stets auf der Grenze von Gegenstandslosigkeit
und Naturbezug. Überhaupt ist es die Natur, die die Impulse für
seine Malerei gab. Nicht die Landschaft selbst wird im Bild festgehalten,
sondern die von ihr ausgelösten Wahrnehmungen. Ausschnitthaft – als
pars pro toto – bildet sich die empfundene Natur, ihre ihr innewohnenden
Strukturen, Strukturen von Baumrinden, von Gräsern oder von Wasserspuren
im Sand, in seinen Bildern ab. Die Farbtöne, die er verwendet, lassen
sich jederzeit in der Natur wieder finden.
In den 80er und 90er Jahren
entwickelte Schlieker den Typus des mehrteiligen Bildes, wozu auch die
Wittener Arbeit zählt. Signifikant sind hier die dunklen Bewegungslinien,
die über den Bildrand hinausgehen und somit, da kein Rahmen, Bildfläche
und Bildumfeld miteinander verbinden. Teilweise führen diese Linien
sich im nebenstehenden Bild fort, so dass die Werke, trotz Abstand, miteinander
kommunizieren. In der künstlerischen Umsetzung paart sich die informell,
spontane Pinselführung mit dem subjektiv empfundenen Naturerlebnis.
Gegenständlich im Denken
und abstrakt in der Ausführung verschmilzt bei Schlieker somit Sehen
und Empfinden in seinen Bildern. |