Kunst-Stück
der Woche
H. A. Schult
geb. 1939 als Hans-Jürgen
Schult in Parchim/Mecklenburg
Für viele scheint das
künstlerische Schaffen von H. A. Schult auf den ersten Blick Nonsens
zu sein, denkt man an seine Schrott-Armee, welche ab 1996 um die Welt ging
und 2006 den Platz vor dem Kölner Dom bevölkerte.
In den schwarzen Holzkästen,
in denen er biokinetische Situationen darstellt, verarbeitet er Erde, Metall,
Kunststoffe etc. zu einer (Modell-)Welt, neben der Welt, in der wir leben.
Stets handelt es sich um eine Landschaft voller Müll und ohne Leben,
vor einem Abgas geschwängerten Himmel, der mal glühend rot, mal
düster, jedoch immer bedrohlich über der toten Szenerie liegt.
In diese Kästen integrierte er in sich geschlossene, biokinetische
Felder, die durch Mikroorganismen eine Zeit lang mit Leben gefüllt
waren und das Bild stets veränderten. Durch diesen durch die Bakterien
bedingten Veränderungsprozess, führt er uns sowohl die Vergänglichkeit
des Exponats, als auch den dadurch bedingten Zerfall unserer Umwelt vor
Augen.
Bildnerisch gibt er so ein
Statement über die Welt ab und spielt gleichzeitig ein wenig Zukunftsmusik,
während er uns für ein kritischeres Umweltbewusstsein sensibilisieren
will.
Den Begriff ‚Biokinetik’
rief H. A. Schult in den 60er Jahren ins Leben. Während die Kinetik
sich aufgrund mechanischer Vorgänge verändert, verändert
sich die Biokinetik durch biologische Vorgänge. |