Kunst-Stück der Woche
 

Bernard Schultze
geb. 1915 in Schneidemühl
gest. 2005 in Köln

Nach 1945 war Deutschlands Kunstszene völlig zerstört. Viele deutsche Künstler versuchten, über den Kubismus oder Surrealismus wieder Anschluss an die Moderne zu bekommen. So auch Schultze, bei dem zu dieser Zeit das Fantastische, der Surrealismus dominierte. Auch das 1948 datierte Bild „Sphinx“ ist noch stark vom Surrealismus geprägt. Jedoch lässt sich schon hier bemerken, dass die Motive zwar noch einen gegenständlichen Anklang besitzen, sich jedoch bereits zu autonomen, organischen Formen entwickeln. Durch die isolierte Anordnung auf der Bildfläche bleibt der surreale Eindruck bestehen.
Schultze interessierte am Surrealismus eher das Motiv des Fantastischen und der Verfremdung und weniger das Malen aus dem Unbewussten.
Das Bild zeigt Schultzes Versuch, das Fantastische und das Reale durch surrealistische Verfremdung malerisch zu vereinen. Dabei zeigt sich auch die beschränkte Palette, die so typisch für seine Arbeiten Ende der vierziger Jahre ist. In dieser Zeit schuf er Grisaillen (Bilder in verschiedenen Grauwerten) und fertigte Vorzeichnungen zu seinen Bildern an. Dies entsprach jedoch nicht seinem Wesen, so dass er schnell zu einer anderen Malweise – dem Tachismus – überging.


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