Kunst-Stück der Woche

Gisbert Tönnis
geb. 1939 in Berlin
lebt in Erftstadt-Friesheim

Im Bildrepertoire von Gisbert Tönnis finden sich ebenso historische Architekturformen, wie auch moderne Brücken oder Hochhäuser. Die Lichtreflexe auf den Architekturteilen bzw. die unterschiedlichen, tageszeit-abhängigen Lichterscheinungen auf eben diesen, sind sowohl in seinen Fotoarbeiten – ohne die seine Malerei nicht denkbar wäre -, als auch in seinen Gemälden ein immer wiederkehrendes Thema. Durch eben diese Lichtreflexe erhalten die ansonsten menschenleeren Szenerien ihr Leben. Tönnis wählt für seine Werke keine spektakulären Schauplätze, sondern er erreicht diese magische Realität, die seinen Bildern innewohnt, durch den Zeitablauf des wandernden Schattenspiels. Auch in der Wittener Bildfolge beschäftigt sich Tönnis mit der zeitlichen Abfolge von Licht- und Schattenverläufen in verschiedenen Bildsequenzen. Hier wird durch die Lichtgebung und unbunte Farbgebung eine unwirkliche, traumhafte Szenerie geschaffen. Die auf der Steinbank positionierte Kokosnuss weist einerseits auf einen kompositionellen Eingriff seitens des Künstlers vor der „Aufnahme“ hin, schafft andererseits aber auch einen zentralen Dunkelwert in der Bildmitte. Unklar bleibt stets, durch welche Öffnung das Außenlicht in den Innenraum fällt.


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