Kunst-Stück der Woche

Rudolf Vombek
geb. 1930 in Maribor/Jugoslawien
gest. 2008 in Herdecke

Bis 1968 weist die Malerei und Grafik von Rudolf Vombek noch die Formauflösung auf, die noch typisch für die informelle Malerei ist. Hier wird die Farbe noch auf ihre Ausdrucksmöglichkeiten erkundet. Schon früh befasste sich Vombek jedoch auch mit der Beziehung von Farbe zum Raum und mit der Beziehung ihrer Töne zueinander. Die Farbe verselbstständigt sich, wird selbst zum Gegenstand. Die ersten Werke erinnern noch stark an seine Druckgrafik, wo die grafischen Elemente an den Rand rücken, die Bildfläche zu halten scheinen. Die Farbtafeln, so wie Vombek sie nannte, bestehen stets aus zwei Teilen, dem farbigen Bildgrund und den ihn überziehenden Streifen und Bändern, die sich in ihrer Farbigkeit stufenlos verändern. Mit den Arbeiten, die bei Vombek unter dem Titel „Orthogonal-diagonal“ zusammengefasst sind, hat er eine Methode gefunden, die eine neue Bildfindungen ermöglicht. Das neue Motiv sind räumliche Illusionen. Es sind Arbeiten, in denen zwei gegenläufige Bänder an einem breiten, statischen Farbband angebracht sind. Diese Bänder sind dem Farbton des Bildgrundes angelehnt und werden zu den Ausläufern hin heller. In der Wittener Arbeit „Orthogonal-Diagonal“ (1987) sieht man, welche Folge dies hat. Die eigentlich rechtwinkligen Quadrate scheinen dadurch schräg zu stehen, die Bildelemente verselbstständigen sich plastisch.


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