Kunst-Stück der Woche

Hans D. Voss
geb. 1926 in Bielefeld
gest. 1980 in Bremen

Die Arbeiten seiner Anfänge, die in die Zeit des deutschen Informels fallen, stellen noch den Materialcharakter in den Vordergrund. Dabei nehmen die Collagen Ende der 50er Jahre einen wichtigen Platz in seinem Schaffen ein. Die in den Collagen und Materialbildern gewonnenen Erfahrungen fließen in die Technik des Siebdruckes ein, wo er sie weiter entwickelte. Das reliefartige findet sich somit auch in seinem – von ihm derart entwickelten – druckgrafischen Werk wieder, so dass beide Werkgruppen – Collage und Druck – eng zusammen gehören. Auch seine Drucke bauen sich aus vielen Farbschichten in vielen Druckvorgängen Schicht um Schicht auf, bis ihre haptische Qualität auch der optischen entspricht.
Das reliefartige Wittener Bild ist ein für Voss typisches Werk, denn Farbigkeit hat ihn nie sonderlich interessiert, so dass man kaum Bilder mit einem Warm-Kalt-Kontrast in seinem Schaffen findet. Für ihn ist die Beschäftigung mit dem Stufen zwischen hellem Grau bis zum Schwarz interessanter. Mittels des Schwarz bzw. des Monochromen versucht Voss, den Gegensatz von Form und Inhalt in seinen Bildern zu neutralisieren. Die Wittener Arbeit mit ihren unterschiedlichen Oberflächenformen und –strukturen ist charakteristisch für Voss. Durch das Aufbauen des Bildes in mehreren Schichten erzielt er in dieser Konstellation aus durchaus grafisch anmutenden Elementen eine belebte, obwohl monochrom gestaltete Oberfläche, bei der Licht und Schatten ihre gestalterische Rolle spielen. 


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