Kunst-Stück der Woche

Hermann Waldenburg
(*1940 in Waldenburg, lebt und arbeitet in Berlin)

Dank der Schenkung aus Hamburg kann sich die Wittener Abteilung der Kritischen Realisten über einen Neuzugang freuen. 
Das großformatige Bild von Hermann Waldenburg zeigt den für ihn typischen denaturierten Landschaftsausschnitt. Der Eingriff des Menschen wird hier nicht, wie in dem bereits im März vorgestellten älteren Bild von 1976, durch die Anwesenheit der rohrartigen Vorrichtung, die an eine Bewässerungsanlage erinnert, verstärkt. Hier ist es allein die gleichmäßige Anordnung der schablonenartig geformten Pflanzen mit den kleinen weißen Abdeckungen, die auf menschliches Eingreifen hinweisen. Die weißen Häubchen sollen – wie schon der Titel des Bildes verrät – die Pflanzen vor natürlicher Bestäubung von außen schützen.
Dieses frühere Werk zeigt, dass bei Waldenburg zunächst vordringlich das Wachsen und Keimen Bildthema war. Später datierte Werke wie das bereits im März vorgestellte Bild, weisen zunehmend architektonische und mechanische Elemente neben den Pflanzen auf.
Waldenburg greift stets auf Objektzeichnungen zurück, die er nach Naturfragmenten angefertigt hat. Stark stilisiert formen sich seine Pflanzen durch die Assoziationen, die sie schließlich im Betrachter auslösen.
Seine Bilder zeigen schon sehr früh den Irrwitz von Monokulturen.


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