Kunst-Stück
der Woche
Andreas von Weizsäcker
Sein Vater, Alt-Bundespräsident
Richard von Weizsäcker, war von einem Werk seines Sohnes besonders
beeindruckt. Die Rede ist von der im Märkischen Museum ausgestellten
Arbeit zweier Bären. Hier trifft Kunstgeschichte auf Zeitgeschichte.
Andreas von Weizsäcker, der letzten Freitag mit nur 51 Jahren verstarb,
schuf diese Arbeit mit dem Titel „Weißt Du noch...“ drei Jahre nach
Öffnung der Mauer. Die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte
und das Wechselspiel von Realität und Assoziation sind charakteristisch
für sein Schaffen. Die beiden Bären geformt aus Pappmachée
und alten recycelten Ost- und West-Berliner Stadtplänen, recken sich
die Köpfe unter alten Karten des Deutschen Reiches entgegen. Sie sind
recycelt, weil sie nun – nach 1989 – ihre Gültigkeit verloren haben.
Der Künstler erinnert uns damit an eine zweigeteilte Metropole, die
jedoch ein und dasselbe Tier im Wappen trug – den Berliner Bären.
Gleichzeitig ist es die künstlerische Aufarbeitung des Zweiten Weltkrieges.
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