Kunst-Stück der Woche

Andreas von Weizsäcker
geb. 1956 in Essen
gest. 2008 in Gauting

Sein Vater, Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker, war von einem Werk seines Sohnes besonders beeindruckt. Die Rede ist von der im Märkischen Museum ausgestellten Arbeit zweier Bären. Hier trifft Kunstgeschichte auf Zeitgeschichte. Andreas von Weizsäcker, der letzten Freitag mit nur 51 Jahren verstarb, schuf diese Arbeit mit dem Titel „Weißt Du noch...“ drei Jahre nach Öffnung der Mauer. Die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und das Wechselspiel von Realität und Assoziation sind charakteristisch für sein Schaffen. Die beiden Bären geformt aus Pappmachée und alten recycelten Ost- und West-Berliner Stadtplänen, recken sich die Köpfe unter alten Karten des Deutschen Reiches entgegen. Sie sind recycelt, weil sie nun – nach 1989 – ihre Gültigkeit verloren haben. Der Künstler erinnert uns damit an eine zweigeteilte Metropole, die jedoch ein und dasselbe Tier im Wappen trug – den Berliner Bären. Gleichzeitig ist es die künstlerische Aufarbeitung des Zweiten Weltkrieges.
International bekannt wurde von Weizsäcker durch seine Abformungen in weißem Papier 
(z. B. eines Traktor in Originalgröße, Telefone etc.).


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