Kunst-Stück
der Woche
Lambert Maria Wintersberger
Monströs überdimensionierte Körperglieder wie Finger und Münder des menschlichen Körpers sind in Wintersbergers frühen Arbeiten Programm. Die weichen, geschmeidigen, flächigen Formen mit den milden Farbtönen stehen damit in genauem Gegensatz zu dem, was sie darstellen. Meist verschnürt, genagelt, angeschnitten oder montiert stehen sie dem Betrachter gegenüber. Trotz dieser Gewalteinwirkung fließt auf den Bildern kein Blut. Das Bild „Heroin Bidet II“ steht ebenfalls in dieser Tradition. Die an einen Kopf erinnernde Gestalt mit dem weit geöffneten Mund wird von einem menschlichen Finger in Höhe des Halses umschlungen. Jedoch erst durch den Bildtitel wird diese Szenerie für den Betrachter klarer, denn es geht um die Rauschgiftabhängigkeit, die dem Konsumenten seelisch als auch körperlich Verletzungen zufügt. Die kritische Sicht auf die Gesellschaft findet sich also auch hier, wie in Wintersbergers gesamtem Werk, wieder. Fraglich bleibt – und dies gilt für alle Bilder dieses Künstlers – wer die Gewalt ausübt. |
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